Umweltbundesamt: Chlorierung wirksam gegen Corona-Viren – keine besondere Gefahr im Beckenwasser

Das deutsche Umweltbundesamt hat in einer Stellungnahme vom 12. März zum Thema „Coronavirus SARS-CoV-2 und Besuch in Schwimm- oder Badebecken beziehungsweise Schwimm- oder Badeteichen“ darauf hingewiesen, dass die in den öffentlichen Bädern vorgeschriebene permanente Desinfektion des Beckenwassers einen wirkungsvollen Schutz auch gegen die Übertragung des Corona-Virus darstellt. Wörtlich schreiben die Experten: „Dem Schwimmbeckenwasser selbst wird ein Desinfektionsmittel (in der Regel Chlor) zugesetzt, das in das Beckenwasser eingebrachte potenzielle Krankheitserreger inaktiviert oder abtötet. Behüllte Coronaviren sind hierbei besonders leicht zu inaktivieren.“

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik bietet einen weitreichenden Schutz, auch vor unbekannten Organismen und chemischen Stoffen. Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z. B. Bakterien und Viren). […] Die Morphologie und chemische Struktur von SARS-CoV-2 ist anderen Coronaviren sehr ähnlich, bei denen in Untersuchungen gezeigt wurde, dass Wasser keinen relevanten Übertragungsweg darstellt1. Diese behüllten Viren sind durch Desinfektionsverfahren leichter zu inaktivieren als Noroviren oder Adenoviren“.

Andere Bewertungskriterien gelten nach Auskunft des Umweltbundesamtes bei sogenannten „Schwimm- und Badeteichen“, früher auch als „Naturbadeteiche“ bezeichnet, die in der Regel aber erst im Sommer mit dem Start der Freibadsaison in Betrieb genommen werden. Hierzu empfiehlt die Fachbehörde: „Das Wasser in Bädern mit biologischer Aufbereitung enthält kein Desinfektionsmittel. Dort erfolgt die Verminderung der Konzentration eingebrachter Bakterien oder Viren durch natürliche Reinigungs- und Abbauprozesse sowie durch Filtration. Eingebrachte potenzielle Krankheitserreger überleben daher länger im Wasser als bei einem konventionellen Bad. Für Bäder mit biologischer Aufbereitung sollte die Empfehlung des Umweltbundesamtes „Hygienische Anforderungen an Kleinbadeteiche (künstliche Schwimm- und Badeteichanlagen)“ beachtet werden.