Schreiben des Präsidenten der European Waterpark Association, Landesrat Markus Achleitner, an die Mitglieder und Freunde unseres Verbandes

Liebe Mitglieder und Freunde der European Waterpark Association,              

als ich Ihnen im Mai einen Brief geschrieben habe, der auch in unserem Verbandsorgan Euro Amusement Professional veröffentlicht wurde, da habe ich diesen Brief mit einem Satz beendet, der Optimismus verbreiten sollte: „Auch wenn es noch ein längerer Weg sein kann: Wir werden die Krise gemeinsam überwinden und aus ihr gestärkt hervorgehen“.

Diese Worte haben nicht an Gültigkeit verloren und wir sollten sie vor Augen haben, wenn wir nun in vielen Ländern Europas ein zweites Mal die Freizeitbäder und Thermen schließen müssen. Manche von Ihnen erleben diesen schweren Schritt vielleicht in noch größerer Verzweiflung, teilweise auch mit größerem Unverständnis – schließlich waren wir gerade dabei, unter Beweis zu stellen, dass ein sicherer Betrieb der Bäder unter Pandemiebedingungen möglich ist. Und unsere Gäste haben uns mehr und mehr ihr Vertrauen gezeigt.

Und nun? Wir fühlen uns in unsere Kindheit zurückversetzt, wenn wir zum wiederholten Male beim „Mensch-ärgere-Dich-nicht“ aus dem Spiel gewürfelt wurden. Nur, dass es uns heute nicht nur um einen Sieg beim Spielen geht, sondern um sehr viel mehr: Um existentielle Ängste und um (noch) nicht erkennbare Perspektiven.

Aber es gilt weiterhin, was ich schon im Mai geschrieben habe: Wir werden die Krise gemeinsam überwinden. Weil wir sie nur gemeinsam überwinden können. Und wir werden gestärkt aus ihr hervorgehen. Weil wir durch die Krise erleben, wie wichtig eine solidarische Gemeinschaft gerade in schweren Zeiten ist. Die European Waterpark Association ist eine solidarische Gemeinschaft, getragen von den gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder.

Ich will an dieser Stelle aber auch um Verständnis für diejenigen werben, die die politische Verantwortung für die einschneidenden Maßnahmen tragen, die unser aller Leben erschweren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einer solchen Entscheidung manche unruhige Nacht vorausgehen kann. Doch es gilt abzuwägen: Wenn ein Lokführer auf den Gleisen vor sich einen Felsbrocken entdeckt, wird er sofort auf die Bremse gehen und nicht erst überlegen, wie viele Fahrgäste dadurch ihren Anschlusszug verpassen könnten.

Es geht heute, ganz konkret, um Menschenleben. Und es geht darum, die Einschränkungen unserer persönlichen Freiheit, die Beeinträchtigung des sozialen Miteinanders und auch die wirtschaftlichen Einbußen, die vielen Unternehmen droht, zeitlich so eng wie möglich zu begrenzen. Dies hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn wir jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass die COVID-19-Pandemie sich nicht unkontrolliert und im schlimmsten Fall sogar exponentiell ausbreiten kann.

Uns allen bleibt in der aktuellen Situation nur eines: zu hoffen und so zu handeln, dass möglichst viele Menschen möglichst unbeschadet aus der Krise kommen.

Unsere Freizeitbäder und Thermen in Europa haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie bereit sind, ihren Beitrag dazu zu leisten. Und sie haben durch intelligente Hygienekonzepte und teilweise auch einschneidende Maßnahmen (durch die das Wohl und die Sicherheit unserer Gäste und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weit über das wirtschaftliche Interesse gestellt wurden), zwei Dinge bewiesen:

Die Mitgliedsunternehmen der European Waterpark Association, ob als Badbetreiber oder Zulieferer und Dienstleister, tragen dazu bei, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen und sie haben dafür vieles in Kauf genommen: Einschränkungen, Einbußen und Existenzängste.

Die vergangenen Monate haben aber auch gezeigt, dass unter kontrollierten Bedingungen ein sicherer Betrieb unserer Bäder möglich ist.

Vieles spricht dafür, die Bäder so bald wie möglich wieder zu öffnen: Aspekte der Gesundheitsvorsorge ebenso wie der Beitrag der Bäder zum sozialen Miteinander in Zeiten, da die Menschen auf Vieles (nicht nur auf Urlaub) verzichten müssen und in denen sie ihren Alltag mit Anspannung und teilweise auch Angst erleben.

Dieser Schritt zu einer erneuten Öffnung muss kommen und er wird kommen. Er darf aber erst dann kommen, wenn wir uns dieser Entscheidung sicher sein können – für unsere Gäste, unser Team, unsere Familien und Freunde.

Wohl nie zuvor haben wir uns bereits im Monat November so sehr auf das kommende Frühjahr gefreut wie in diesem Jahr. Der kommende Winter birgt noch viele Herausforderungen und wir wissen, ehrlich gesagt, noch nicht, wie sich das Pandemiegeschehen entwickeln wird. Wir wissen nur, wie es sich auf keinen Fall entwickeln darf…

Was uns in dieser Zeit hilft? Vertrauen auf unsere Stärken und auf unseren Gemeinsinn! Dafür steht auch die European Waterpark Association, die alles tut, um ihre Mitglieder stets mit aktuellen Informationen zu versorgen und die uns allen fehlenden persönlichen Begegnungen bei den Messen, Kongressen und Seminaren durch regelmäßige Online-Seminare, Newsletter und durch unzählige Mails und Telefonate zu ersetzen. Dafür möchte ich an dieser Stelle meinen Kolleginnen und Kollegen des Vorstands, den Mitgliedern des Beirats der fördernden Mitglieder, dem Team der Geschäftsstelle und allen Mitgliedern unseres Verbandes und Verantwortlichen der befreundeten Verbände danken, die gemeinsam mit uns diesen Austausch lebendig halten.

Was wir noch tun müssen? Wir müssen noch lauter werden im Chor der Branchen, die alle um ihre Existenz bangen und nach wirtschaftlichen Hilfen rufen. Dies gilt für unsere privatwirtschaftlichen Betreiber ebenso wie für die Bäderbetriebe der öffentlichen Hand – und nicht zuletzt für unsere Zulieferer und Dienstleister, die vom Wohlergehen der Bäderbranche unmittelbar abhängig sind. Ich verspreche Ihnen: Die EWA wird noch lauter werden, damit die Bäderbranche ausreichend Berücksichtigung bei den Hilfsprogrammen findet. Und zwar nicht morgen oder übermorgen, sondern heute!

Liebe Mitglieder und Freunde,

lasst uns optimistisch bleiben und nach vorne blicken. Denken wir zurück, wie wir uns im April gefühlt haben angesichts des ersten Lockdowns: hilflos und teilweise verzweifelt. Und denken wir dann daran, wie wir in diesem Sommer Schritt für Schritt wieder in Richtung Normalität gegangen sind und wie uns unsere Gäste dabei ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Mit dem gleichen Optimismus müssen wir jetzt alles tun, um nach der unfreiwilligen Rast den Weg weiter zu gehen. Und zwar weiter, als wir ihn in diesem Sommer gehen konnten. Eine Rast bietet die Chance, Energie zu tanken.

Das brauchen wir jetzt: Energie, Mut und Zuversicht. Also: Aufstehen, den Rucksack schultern und losgehen. Gemeinsam!

In diesem Sinne: Bleibt gesund und schaut nach vorne,

Euer Landesrat Markus Achleitner,

Präsident der European Waterpark Association e.V.