EWA-Präsident Markus Achleitner an die Mitglieder und Freunde unseres Verbandes

Liebe Mitglieder und Freunde der European Waterpark Association e.V.,

Sie kennen bestimmt dieses Gefühl, wenn am Ende einer Wanderung oder Radtour das Ziel vor Augen ist: Man spürt plötzlich neue Kraft, legt einen Zahn zu und vorherige Strapazen sind (fast) vergessen…

Ich hoffe sehr, dass Sie sich gerade ähnlich fühlen. Nach einer allzu langen Strecke, auf der keine Perspektive in Sicht war, rückt nun unser gemeinsames Ziel in greifbare Nähe: In einem ersten Schritt dürfen wir die Freizeitbäder und Thermen wieder öffnen. Diesen Schritt haben wir in Österreich bereits Mitte Mai mit Erfolg getan und viele andere Länder in Europa folgen uns nun auf unserem Weg. Nun gilt es aber, ein weiteres Ziel zu setzen: die schrittweise Rückkehr in einen „normalen“ Bäderbetrieb, wie wir ihn vor Beginn der Pandemie gewohnt waren.

Dafür setzen wir uns als Fachverband der europäischen Freizeitbäder und Thermen weiter mit Nachdruck ein: Dass wir die nächsten Lockerungsschritte politisch durchsetzen. Noch gibt es (zu) viele Einschränkungen, die einen wirtschaftlichen Bäderbetrieb unmöglich machen. Solange unseren Anlagen dies aber durch die geltenden Restriktionen verwehrt bleibt, muss zwingend ein finanzieller Ausgleich des Schadens erfolgen. Nur so können unsere Bäder überleben und unsere Bäderlandschaft bleibt nachhaltig vielfältig und bedarfsgerecht.

Gleichzeitig fordert die European Waterpark Association, dass die bestehenden Hygienekonzepte und die Verordnungen, die deren Rahmen vorgeben, dynamisch der Entwicklung der Pandemiebekämpfung angepasst werden. Wenn die Inzidenzwerte nicht nur stabil bleiben, sondern sogar sinken, müssen die Hygieneregeln umgehend modifiziert werden. Eines sei ganz deutlich gesagt: Die EWA plädiert hier nicht für Unvernunft. Solange die Pandemie noch nicht vollständig eingedämmt ist, werden wir alles unterstützen, um eine „vierte Welle“ und eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Aber wir wehren uns auch gegen eine Über-Reglementierung mit Maßnahmen, die weder sachlich begründet noch erforderlich sind. Hier werden wir weiter bei den verantwortlichen Politikern und den die Vorgaben umsetzenden Behörden darauf drängen, dass schnell gehandelt wird und dass unsere Bäder weitere Lockerungsmaßnahmen in Abhängigkeit von der Pandemieentwicklung zeitnah umsetzen können.

Dies sind wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso schuldig wie unseren Gästen, die uns jetzt wieder besuchen dürfen und uns bestätigen, wie sehr sie die Möglichkeit zum Schwimmen, Baden und Saunieren vermisst haben. Nicht zuletzt ist es auch der Aspekt der Public Health, der uns veranlasst, auf weitere Schritte hin zu einem normalen Betrieb unserer Freizeitbäder und Thermen zu drängen.

Wir hoffen, dass wir diesem Ziel in immer größeren Schritten näherkommen und dass sich in den nächsten Wochen und Monaten nicht doch noch eine bisher nicht zu erkennende Barriere auftut. Aber wir sind optimistisch. Wenn man bedenkt, wie viel uns gemeinsam in den herausfordernden Monaten der Pandemie gelungen ist, besteht dazu auch Anlass: Die Testmöglichkeiten und vor allem die schnell voranschreitenden Impfungen sind Meilensteine für uns alle!

Wenn wir uns also noch einmal umwenden und den bisher zurückgelegten Weg betrachten, dann ist dieser sicher für viele von uns gepflastert mit Ärger über unzureichende Hilfen und unnötige bürokratische Erschwernisse, auch mit existentiellen Sorgen und Ängsten. Aber in der Pandemie haben wir – und das gilt nicht zuletzt auch für die European Waterpark Association selbst – zu neuen Koalitionen und Gemeinsamkeiten gefunden und uns gegenseitig gestärkt. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dieser neu entwickelten Stärke auch den weiteren Weg zusammen gehen werden.

Heute aber will ich zunächst noch einmal innehalten und herzlich Danke sagen – an meine Kolleginnen und Kollegen im Vorstand der EWA und an den Beirat der fördernden Mitglieder, an unser Team in der Geschäftsstelle, aber vor allem auch an Sie, unsere Mitglieder, die uns in den nicht einfachen Zeiten nicht nur die Treue gehalten haben, sondern unsere diversen Aktionen und Kampagnen tatkräftig unterstützt haben! Gerade in der Pandemie hat sich erwiesen, wie wichtig es ist, dass wir gemeinsam die Stimme erheben und gemeinsam handeln. Auch wenn nicht alle unsere Forderungen das gewünschte Gehör gefunden haben: Wir wurden wahrgenommen! Danken möchte ich auch den befreundeten Verbänden, die mit uns dazu beigetragen haben, dass unser Chor aus vielen Stimmen besteht.
Nun aber gilt es: Freuen wir uns auf die ersten persönlichen Begegnungen nach langer Zeit. Für einige finden diese wohl bereits bei den Interbad Innovation Days in Stuttgart statt, für die meisten von uns spätestens bei der Aquanale in Köln mit unserer Mitgliederversammlung und dem Dinner im KölnSky. Freuen wir uns auch auf das B2B-Netzwerk, unser Seminar zum Thema Resorts, auf den länderübergreifenden Operations Day im Dezember und dann im April 2022 endlich auf unseren nächsten Kongress im Europapark Rust.

Also: Schultern wir die Rucksäcke und gehen wir voller Energie gemeinsam weiter voran!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr / Euer

 

Landesrat Markus Achleitner,

Präsident der European Waterpark Association e.V.