EWA fordert Wiederinbetriebnahme der Freizeitbäder und Thermen: Gesundheitliche Kollateralschäden sind nicht weiter zu verantworten

In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und an die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder setzen wir uns für eine Öffnung der Freizeitbäder und Thermen noch im März 2021 ein. Nachfolgend der Wortlaut unseres Appells:

“Mit mehr als 200 Millionen Gästen im Jahr sind die ca. 490 Freizeitbäder und Thermen in der Bundesrepublik Deutschland wichtige Orte einer gesundheitsorientierten Freizeitgestaltung. Seit November 2020 müssen wir aufgrund des Lockdowns unsere Gäste abweisen.

Der sinkende Inzidenzwert lässt uns nun berechtigt hoffen, zeitnah unter kontrollierten Bedingungen öffnen zu können.

Unsere Bäder haben bereits im Sommer und Herbst 2020 unter Beweis gestellt, dass die auf wissenschaftlicher Grundlage erstellten Hygienekonzepte einen sicheren und geordneten Betrieb auch unter COVID-19-Bedingungen ermöglichen. Zudem sind die technischen Voraussetzungen in Schwimmbädern aufgrund der besonderen Anforderungen an das Raumklima besonders geeignet, eine potentielle Verbreitung von Coronaviren zu verhindern (die vorgeschriebenen Leistungen der raumlufttechnischen Anlagen liegen mit einem Volllast-Zuluftstrom von 40 m3/Person doppelt so hoch wie in anderen öffentlichen Räumen, etwa Restaurants, Friseurbetrieben oder Einkaufszentren).

Wir appellieren daher eindringlich an Sie, eine Wiederinbetriebnahme der Freizeitbäder und Thermen so bald wie möglich und unbedingt vor den Osterferien 2021 zu ermöglichen und eine entsprechend frühe Einstufung unserer Betriebe bei den Überlegungen zur Gestaltung eines Stufenplans vorzunehmen.

Schon heute bewegen sich die gesundheitlichen Kollateralschäden, die durch die Bäderschließungen entstanden sind, in einer Dimension, die unter dem Aspekt einer wirkungsvollen Gestaltung der Public Health-Strategien eines Landes nicht mehr vertretbar sind. Betroffen sind nicht nur beispielsweise Rheumapatientinnen und -patienten, deren Zustand sich aufgrund fehlender Möglichkeiten zur Gymnastik im warmen Wasser kontinuierlich verschlechtert, sondern Menschen allen Alters, für die die regelmäßige Bewegung im (warmen) Wasser und der Besuch von Saunaanlagen zur Vorbeugung von Infektionserkrankungen wesentliche Elemente ihrer individuellen Gesundheitsvorsorge darstellen.

Unsere Freizeitbäder und Thermen werden von allen Generationen besucht, Familien mit Kindern ebenso wie Senioren. Ihnen allen gemeinsam ist neben dem Wunsch, etwas aktiv für die Gesundheit zu tun, das Bedürfnis nach Bewegung und sozialem Miteinander als Ausgleich zur nun schon lange andauernden Isolation.

Es ist an der Zeit, an die Stelle eines allgemeinen Lockdowns individuelle, auf die lokalen Gegebenheiten reagierende Regelungen zu setzen.

Bitte setzen Sie sich daher dafür ein, dass eine Wiederinbetriebnahme der Freizeitbäder und Thermen, wie der öffentlichen Bäder und Kureinrichtungen allgemein, im Monat März erfolgen kann.”